Von der Schallplatte zum digitalen Auflegen

Die Schallplatte aus Vinyl: für viele die einzige wahre Art, als DJ aufzulegen. Doch digitales DJing, also mit Dateien und kleinen Konsolen, hat unbestreitbare Vorteile – und erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Wie Alles begann, wie es weiter ging und wie es im Jahre 2018 aussieht zeige ich euch in diesem Beitrag.

Schallplatten gibt es seit dem Jahr 1860. Nein das ist kein Tippfehler. „Im März 1857 meldete der Franzose Édouard-Léon Scott de Martinville den Phonautograph als Patent (Nummer 17,897/31,470) an. Ihm gelang es 1860, das französische Kinderlied Au clair de la lune mit Hilfe eines großen Trichters einzufangen und mit einer Membran, die die Schwingungen auf eine Schweineborste übertrug, auf eine rußgeschwärzte Walze zu kratzen. Allerdings war sein Phonautograph nicht dazu gedacht, den aufgezeichneten Schall auch wiederzugeben. Das schaffte erst die 1877 von John Kruesi gebaute Erfindung des Amerikaners Thomas Alva Edison, der mit dem ebenfalls patentierten Phonographen weltberühmt wurde. Auch dessen erste Aufzeichnung war ein Kinderlied (Mary had a little lamb…). Die Töne wurden zunächst in eine Zinnfolie geritzt, später auf einer Phonographenwalze mit wendelförmiger Tonspur in Höhenschrift gespeichert, wobei das Prinzip der Amplitudenauslenkung auch hier unmittelbar akustisch (Membran/Trichter) genutzt wurde. Wichtige theoretische Grundlagen entwickelte auch der Franzose Charles Cros, der seine Arbeiten ebenfalls im Jahr 1877 bei der Naturwissenschaftlichen Akademie in Paris einreichte.“ [Wikipedia]

Die ersten brauchbaren Plattenspieler zum Auflegen kamen Anfang der 60er Jahre auf den Markt. Die ersten DJ’s spielten damit vor Allem in Radiosendern ein Lied nach dem Anderen und moderierten Ihre (wir nennen es mal) „Performance“. Anfang der 70er Jahre kamen mit neuer Technik ungeahnte Möglichkeiten auf, Lieder übereinander zu legen und so neu Sounds zu kreieren.

Durch die HipHop-Musik und das dort entstandene Scratching entwickelten sich die DJ’s wieder ein Stück weiter und es entstand ein Wettstreit wer die Platte am besten im Griff hat. Diese Wettbewerbe gibt es bis Heute.

Als die Firma Pioneer den ersten CDJ im Jahre 1998 auf den Markt brachte, war bereits abzusehen, dass sich in Sachen DJing einiges ändern wird. CD-Mappen lösten mehr und mehr den Plattenkoffer ab. Es war nun möglich eine weitaus größere Musiksammlung zu transportieren. Während auf eine Schallplatte in der Regel bis zu 10 Lieder Platz finden, sind es auf CD gleich doppelt so viele bei deutlich weniger Gewicht und Platzbedarf. Zudem boten CD’s ab Ende der 90er die Möglichkeit, seine CD’s selbst zu brennen und sich so seine Musiksammlung zu personalisieren. Ich selbst hatte meinen ersten CD-Brenner 1998, damals 800 DM teuer.

Mitte der 2000er Jahre waren auf Großveranstaltungen zunächst noch 2 Plattenspieler und 2 CD-Player vorhanden. Die Top-DJ’s legten teilweise noch mit Platten auf, teils dann schon mit CD.

Zehn Jahre später findet man Plattenspieler noch in Discotheken, wo mit Timecode-System aufgelegt wird. Ein Timecode ist eine Mischung aus dem Gefühl eine Schallplatte zu benutzen und gleichzeitig die Vorteile einer riesigen Musiksammlung auf dem Laptop zu verwenden. Es wird dabei eine Schallplatte benutzt, die ein genormtes Tonsignal abspielt. Das Signal des Plattenspielers wird dabei durch ein passendes Interface (Soundkarte) in den Laptop geschickt. Der Laptop bzw. das DJ-Programm „hört“ dadurch, an welcher Stelle sich die Platte gerade befindet und übersetzt diese Information auf die mp3-Datei. Man kann kurz gesagt jede mp3-Datei scratchen. Für CD-Player gibt es diese Möglichkeit übrigens auch. Beim lesen merkt man aber bereits, dass diese Timecode-Lösung nicht optimal ist. Die Schallplatte kann zerkratzen und der Fehler überträgt sich sofort auf das Programm. Es gibt da einige Fehlerquellen.

Wieder Zehn Jahre später hat sich die CD und Schallplatte so gut wie verabschiedet. DJ’s legen ausschließlich mit Controller und Laptop oder mit neuartigen Media-Playern auf, bei denen man die Musik über mobile Festplatte oder USB-Stick einspeist. Die Media-Player wie zum Beispiel der Pioneer CDJ-2000 Nexus 2 erlauben es entweder einen USB-Stick (oder eine USB-Festplatte) anzuschließen und von jedem Player auf jeden angeschlossenen Stick zuzugreifen. Zudem kann man diese (sehr hochpreisigen) Geräte an den Laptop anschließen und wie mit einem Controller direkt ins Programm eingreifen und die Lieder suchen, spielen, pitchen, loopen usw. Das hat den großen Vorteil, dass die geübte Handhabung des Players unverändert bleibt.

Die gängigste Lösung ist heutzutage jedoch der All-in-One-Controller. Dieser ist Mischpult und 2 bzw. 4 Player in einem Gerät. Er wird einfach mit einem USB-Kabel an den Laptop angeschlossen und mit Audiokabel an das Soundsystem und fertig. Das sieht bei einer Mediaplayer/Mixer-Kombination schon anders aus. Gerade als Hochzeits-DJ oder generell als mobiler DJ ist dies daher auch die erste Wahl. Pioneer, Denon und alle Anderen namhaften Firmen bauen mittlerweile diese Controller im Preisbereich von 200,- bis 3.000,- EUR.

Wir sehen: Man kommt an einem digitalen System eigentlich gar nicht mehr vorbei. CD-Rohlinge verschwinden aus den Läden, aktuelle Musik ist auf Schallplatten gar nicht mehr verfügbar. Ich kann die Vinyl-Fans natürlich verstehen. Eine Platte zu verwenden ist ein tolles Gefühl. Aber die digitalen System überwiegen zunehmend mit Ihren Vorteilen. Entscheidet selbst, womit ihr auflegen wollt, aber spielt gute Musik!

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